Ein Zeltdach in Beton, getragen von zwei Y-förmigen Ortbetonstützen definiert einen grossen Raum, der in drei Niveaus unterteilt und rundherum verglast ist.

Haus mit zwei Stützen, Wilen

Architekt Atelier Scheidegger Keller GmbH, Zürich
Projektbeginn 2009

Realisation

2012-2014

Bauleitung

Eggimann Architekten, Sarnen
Ingenieure

Monotti Ingegneri Consulenti SA, Locarno

Unternehmung Melk Durrer AG, Sarnen
Bauherrschaft

privat

2005 zerstörte ein Hochwasser ein kleines, direkt am Sarnersee gelegenes Haus. Der Ersatzbau auf gleicher Grundfläche könnte eigenständiger nicht sein: Ein Zeltdach in Beton, getragen von zwei Y-förmigen Ortbetonstützen definiert einen grossen Raum, der in drei Niveaus unterteilt und rundherum verglast ist. Im Koch- und Essbereich, der vom Wohnraum um einige Stufen abgesetzt ist, taucht der Kopf in den Dachraum ein. Der  See erscheint endlos, weil das gegenüberliegende Ufer vom Vordach ausgeblendet  wird – ein schöner und poetischer Moment. Die massiven, leicht unterschiedlich geformten  und damit zugleich tänzerisch bewegt wirkenden Stützen sind im Grundriss so angeordnet, dass sie sowohl statisch als auch räumlich aktiv sind. Weil das Zeltdach in ein Stabwerk mit dazwischenliegenden Füllungen aufgelöst ist, bilden Dach und Stützen architektonisch wie konstruktiv eine Einheit. Die Aufteilung in Ortbetonträger und dünne, kassettenartige vorfabrizierte Füllelemente aus Beton hat bautechnische Gründe. Auf diese Weise konnte das Betonieren geneigter Flächen reduziert und damit die Tragstruktur in selbstverdichtendem Beton wirtschaftlich gehalten werden. Mit nur drei Elementen – Sockel, Stütze, Dach – wird ein vielfältiger Lebensraum geschaffen, bei  dem die Qualitäten von Beton als Hochleistungsmaterial in gleichem Mass zum Tragen kommen wie dessen plastische und atmosphärische Qualitäten.

Weitere Informationen

  • Bei dem Ferienhaus am Sarnersee spannen zwei zueinander versetzte Spreizstützen zusammen mit einem Rahmenwerk in den geneigten Flächen des weit hinuntergezogenen Zeltdachs einen rundum verglasten Raum auf. Mit nur drei Elementen – Sockel, Stütze, Dach – wird ein vielfältiger Lebensraum geschaffen, bei dem die Qualitäten von Beton als Hochleistungsmaterial in gleichem Mass zum Tragen kommen wie dessen plastische und atmosphärische Qualitäten.

  • Dach und Stützen bilden architektonisch wie konstruktiv eine Einheit: Darin liegt ihr besonderer Reiz. Und deshalb ist die gesamte Struktur in Beton gegossen, denn erst durch das Gewicht des Daches im Zusammenspiel mit den massiven Stützen wird die Einheit spürbar.

  • Im Koch- und Essbereich, der vom Wohnraum um einige Stufen abgesetzt ist, taucht der Kopf in den Dachraum ein. Der  See erscheint hier endlos, weil das gegenüberliegende Ufer vom Vordach ausgeblendet wird  –  ein unglaublich schöner und poetischer Moment.

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