Podiumsdiskussion: Bauen für die Zukunft – Beton und Holz!

Moderatorin Judit Solt , Podiumsdiskussion  "Bauen für die Zukunft – Beton und Holz!", Swissbau Focus 2016

Eine «historische» Veranstaltung, zu der Betonsuisse erstmals gemeinsam mit der Lignum einlud, rückte die Stärken der Materialien Holz und Beton in den Fokus. Fachexperten verschiedener Bereiche erläuterten mögliche Synergien, die sich aus dem Verbund der Baustoffe ergeben, und diskutierten sinnvolle Anwendungen.  

Wie können Beton und Holz als eine auf den ersten Blick unübliche, aber begrüssenswerte Werkstoffkombination zum Erfolg eines Gebäudes beitragen? Diese Frage stellte Judit Solt, Chefredaktorin TEC21 und Moderatorin der Veranstaltung, gleich zu Beginn des Anlasses. Bedingt durch die veränderten Brandschutzvorschriften, die unter bestimmten Voraussetzungen auch Hochhäuser mit tragenden Holzbauteilen zulassen, hat der Holzbau einen regelrechten Schub erfahren. Dies erfordert situativ die Kombination mit Beton, einem Baustoff, mit dem Holz nicht selten in Konkurrenz steht. Wie man beim Bauen von den jeweiligen Stärken profitieren kann, erläuterten Hanspeter Oester, dipl. Architekt ETH SIA von der Oester Pfenninger Architekten AG aus Zürich, und Pirmin Jung, dipl. Holzbauingenieur SIA FH von den Primin Jung Ingenieuren für Holzbau AG aus Rain, anhand zweier Beispiele. 

Die beiden Impulsvorträge beleuchteten diese These aus unterschiedlichen Perspektiven. Bei der Erweiterung für die IUCN in Gland, der grössten weltweit tätigen Umweltorganisation, wurden höchste Nachhaltigkeitsanforderungen gestellt. Ein Schlüsselelement des architektonischen Konzepts war deshalb die Reduktion auf das Wesentliche, architektonisch wie technisch. Architekt Hanspeter Oester erläuterte seinen Entwurf, bei dem der mehrfache Nutzen möglichst vieler Bauteile eine entscheidende Rolle spielt.

Beim Neubau der SANO in Bern, des Rettungsdienstes und der kantonalen Sanitätsnotrufzentrale, wurde im Projektwettbewerb ein dreigeschossiger Ingenieurholzbau nach Minergie-P-Eco-Standard gefordert. Die Herausforderung lag darin, eine hohe architektonische Qualität in der Umsetzung dieser Anforderungen zu finden. Holzbauingenieur Pirmin Jung präsentierte die Konstruktion mit den mehrfachfunktionalen Decken als Holz-Beton-Verbundelementen.

Beide Konzepte der Materialkombinationen weisen gleichzeitige Stärken in der Erfüllung funktionaler, ökologischer, ökonomischer und ästhetischer Kriterien auf. Unter Beibehaltung der Perspektiven wurden diese Stärken in einer um Prof. Dr. Joseph Schwartz (ETH Zürich) und Patrick Suter (Erne AG, Laufenburg) erweiterten Runde diskutiert. Die Podiumteilnehmer waren sich einig: Nur mit einer interdisziplinären Herangehensweise, die vermehrt auch in der Ausbildung gefordert werden soll, sind nachhaltige, qualitätsvolle Bauten möglich. Zudem ist ein früher Einbezug aller Beteiligten – Bauingenieuren, Architekten, Spezialisten für Holzbau oder Beton – bereits in einer frühen Planungsphase notwendig, um neue Lösungen zu finden. Hanspeter Oester brachte es mit folgenden Worten auf den Punkt: «Es braucht viel Denkarbeit, bevor man konkret werden kann».  

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    Die Veranstaltung in voller Länge:

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