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| Labor-
und Bürogebäude Bundesamt für Gesundheit, Bern-Köniz |
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Wettbewerb:
1989; Ausführung 1993-1996
Bauherrschaft: Eidgenössische Finanzverwaltung, Bern
Nutzer: Bundesamt für Gesundheit, Bern
Architekt und Bauleitung: Andrea Roost Architekt BSA/SIA/SWB, Bern
Bauingenieur: Stocker+Partner, Bern |
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| Verbindende
Wand |
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Standort
und städtebauliche Situation
Das neue Labor- und Bürogebäude des Bundesamtes für
Gesundheit ist ein Bau "auf der grünen Wiese", ein
Solitär.
Während
das Gebäude von der Strassenseite her über einen weiträumigen
Platz erschlossen ist, hinterlässt der Bau landschaftsseitig
Spuren im Territorium: eine topografische Vertiefung auf der Büroseite,
ein ebenerdiger Garten auf der Laborseite. Eine weit ausgreifende
Mauer mit einer Abstufung gegen das Gebäude markiert im Winkel
von Südost bis Südwest den Geländesprung (Situationsplan).
Die plastische Gestaltung des Territoriums und der Vorplatz bewirken
eine urbane Stimmung und eine Vermittlung von Besiedlung und Landschaftsraum. |
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Bauaufgabe
Der Bauperimeter war vorgegeben durch einen Überbauungs- und
Gestaltungsplan. Zwei unterschiedliche Arbeitsbereiche, nämlich
Labors und Büros sollten einerseits betrieblich getrennt, andererseits
so zusammengefügt werden, dass interdisziplinäre Aufgaben
des BAG, sowie die interne Koordination und Kommunikation besser
gelöst werden konnten. Daraus entstand das Konzept des "kommunikativen
Zweibünders".
Die
betriebliche, haustechnische und baustrukturelle Trennung in eine
Laborzeile mit rückgelagerter technischer Kernzone und einen
winkelförmigen Bürotrakt führt zu einer deutlich
ablesbaren tektonischen Figur. Durch unterschiedliche Geschosshöhen
und Materialisierung wird sie auch im Innern wahrnehmbar (Querschnitt).
Während das vom Platz her erschlossene Haupteingangs- bzw.
Erdgeschoss im wesentlichen bereits ein Regeltyp ist, weist das
untere "Gartengeschoss" allgemein nutzbare, öffentlichere
Funktionen auf wie Seminarräume, Sitzungszimmer, Cafeteria,
Bibliothek u.a. — eine "umgekehrte — Mezzanin-Situation"
also. |
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Raumkonzept
und Wegführung
Die innere tektonische Figur ist geprägt durch eine gebäudehohe
Betonwand, die den seitlichen Abschluss des Atriums bzw. des Labortraktes
bildet. Sie ist eingekerbt durch eine Kaskadentreppe, welche die vier
Labor- mit den sechs Bürogeschossen mittels Brücken verbindet.
Beschreitet man sie, eröffnen sich dem Betrachter und Benützer
immer wieder neue Perspektiven, Orientierungen und Einblicke, die
durch wechselndes natürliches Licht akzentuiert werden. |
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| Die
Büroseite ist im Gegensatz zur Laborseite offen gestaltet: der
Laubengangtyp und das Brückensystem ermöglichen gute betriebliche
Verbindungen. Schrankzonen aus Buchenholz beim Übergang der Büros
zum Laubengang ergeben ein weicheres und warmes Bild und stehen in
Kontrast zur harten Betonwand der gegenüberliegenden Seite. |
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Eine bequeme, schräggestellte Treppe verbindet die Eingangszone
mit dem Gartengeschoss und verdeutlicht dessen öffentlicheren
Charakter. |
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Die Inszenierung der Gegensätze, wie sie in der kommunikativen
Zwischenzone als Atrium ausgebildet und verdeutlicht ist, findet eine
Fortsetzung in der Gestaltung der einzelnen Arbeitsbereiche. Die Rigidität
der Laborwelt wird, ähnlich wie beim Pharmazentrum Basel, durch
ein rationales baustrukturelles Ordnungsprinzip definiert, allerdings
mit einer ganzflächigen Metall-/Glasfassade versehen. Die leicht
zurückversetzte Stützenreihe erlaubt eine funktionelle und
optische Durchlässigkeit in der direkt hinter der Fassade liegenden
Raumschicht. |
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| Die
andersgeartete Baustruktur im Bürobereich ermöglicht eine
flexible Raumeinteilung. Die Trennwände brauchen nicht auf die
fassadenseitigen Stützen Rücksicht zunehmen. Die schlanke
Skelettkonstruktion erlaubt einen ungehinderten Ausblick in den Landschaftsraum. |
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Gestaltungsvielf
alt in Beton
Auch dieses Werk von Andrea Roost bringt das Kunststück fertig,
innerhalb eines vorgegebenen engen Bauperimeters eine raumplastische
Figur einzukerben und eine faszinierende Erlebniswelt mittels des
elementarsten architektonischen Gestaltungsmittels, des räumlichen
Denkens, zu generieren. |
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| Literatur
- Werk-Material (0606/301), Werk, Bauen+Wohnen 10/1997.
- Amt für Bundesbauten (Bürobauten 06.05).
- Hochparterre 3/1997, 5. 28-29.
- Andrea Roost, Räume — Espaces, mit einem Beitrag von
Beat Allenspach (Ausst.kat. ETH Zürich), gta Verlag ETH Zürich
2001.
Quellen
Pläne und Dokumentation: Architekten
Bilder:
Heinrich Helfenstein, Zürich
Panoramas: Marco Homberger, CH-6004 Luzern
Autor
Prof. Dr. Ulrich Pfammatter, CH-5618 Bettwil
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