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Volta-Schulhaus Basel
Wettbewerb 1996; Planungs- und Bauzeit 1997-2000
Bauherrschaft: Baudepartement des Kantons Basel-Stadt
Architekten: Miller & Maranta, Basel
Bauingenieure: Conzett, Bronzini, Gartmann AG, Chur; Affentranger & Partner AG, Birsfelden
Raum + Licht
Bauaufgabe, Standort und Situationsentscheid
Am Rand der Basler Nordtangente, im Kontext ehemaliger Industrieareale und direkt an ein stillgelegtes Schweröllager angebaut – dies ist der Ort, wo das neue Volta-Schulhaus platziert werden sollte. Der Perimeter war dabei durch die enorme Baubreite und die Länge eines überflüssig gewordenen Tanks des Schweröllagers bestimmt. Das an das Lager anschliessende, unter dem Nullniveau liegende frühere Tankvolumen wurde als Raum für die unterirdische Doppelturnhalle benützt und darüber das viergeschossige Schulhaus gebaut. Die Entwurfslogik führte – angesichts engster stadträumlicher Bedingungen – zu einem kompakten Volumen mit vier Innenhöfen und einer Art Hofrandbebauung. Bildspur 1
   









Raumkonzept und Wegführung
Die Baubreite von 40 m für ein Schulhaus bedeutete eine architektonische Herausforderung. Mittels vier versetzter Innenhöfe gelang es den Architekten, viel Tageslicht in die gesamte Raumtiefe hinein zu bringen. Die beiden Längsfassaden sind mit grösstmöglichen Öffnungen versehen, so dass eine räumlich ereignisreiche Transparenz entsteht, die das gesamte Schulhaus durchdringt. Der Zugang zur Schulanlage führt vom Vorplatz über eine die ganze Länge einnehmende Eingangshalle und weiter über eine leicht asymmetrisch, quer zum Foyer angeordnete breite Treppe hoch ins erste Stockwerk.
 



Dort führt der Weg an den Innenhöfen vorbei zu den weiterführenden Treppenläufen, welche längs angeordnet sind und in direktem Bezug zu den Höfen stehen – die ganze Schulanlage ist immer in ihrer gesamten Komposition von offenen und geschlossenen Körpern erfassbar.  
Figur/Grund
Die aus den Grundrissen ersichtliche Anordnung der Schul- und Spezialräume, der Höfe und Erschliessungs- bzw. Infrastrukturräume der vier Regelgeschosse ergeben eine Figur-/Grundoperation – eine kleine Stadt mit Häusern und Gassen, Höfen und Plätzen. Die räumliche Konstellation wird strukturell definiert durch drei in der Querrichtung angesetzte, nicht durchgehende Betonscheiben. Sie sind überall präsent, roh und spürbar: in den Klassenräumen, als Begrenzung der Höfe und im Erschliessungsraum.
 





Strukturelle Möglichkeiten in Beton
Diese Scheiben übernehmen die statische Funktion der Überspannung der Raumtiefe von 40 m zwischen der Hof- und Strassen-, bzw. West- und Ostfassade über der Doppelturnhalle. Sie sind vorgespannt und versetzt und bilden mit den unterzugslosen Betondecken einen monolithischen Verbund – eine im Dialog mit den Architekten entwickelte originelle Lösung des Bauingenieurs Jürg Conzett: „Der Bewehrungsplan des Ingenieurs bestimmt damit die Grundrissdisposition der Schule und eröffnet dem Betonbau neue strukturelle Möglichkeiten.“ (Aus dem Jurybericht zum „Architekturpreis beton 01“) Wir haben ähnliche Konzepte bereits in dieser Internet-Galerie präsentiert: HTA Chur, Geschäftshaus Ottoplatz Chur, Armeeausbildungszentrum St. Luzisteig von Jürg Conzett sowie Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz von Joseph Schwartz (Architekten Morger & Degelo mit Christian Kerez). Im Zusammenspiel des architektonischen und konstruktiven Entwurfs ergibt sich somit eine raumbestimmende Präsenz des Ingenieurs als Mitgestalter höchster architektonischer Qualität.
 



Literatur
Architekturpreis beton 01, ETH Zürich (gta) 2001.
Martin Steinmann, Du soleil dans la ville. L’école Volta à Bâle, Zeitschrift Faces Nr. 49, Lausanne 2001.
Jürg Conzett, Bemerkungen zu räumlichen Scheibensystemen, in Zeitschrift Schweizer Ingenieur und Architekt Nr. 26 v. 30.6.2000.
Quellen
Pläne und Dokumentation: Architekten
Panoramas: Marco Homberger, CH-6004 Luzern
Autor
Prof. Dr. Ulrich Pfammatter, CH-5618 Bettwil

 
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