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| Hochschule
Rapperswil HSR / SG: Campus-Erweiterung |
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| Bauherrschaft: |
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Kantone
Zürich, St. Gallen, Schwyz, Glarus, vertreten durch das
Kantonale Hochbauamt St. Gallen |
| Architektengemeinschaft: |
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Ingrid
Burgdorf und Barbara Burren, dipl. Architektinnen ETH, Zürich,
Mitarbeit: Karin Bucher, BGS Architekten, Jona/SG |
| Bauingenieur: |
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Frei
+ Krauer, Rapperswil |
| HLKSE-Planung: |
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Amstein
+ Walthert, St. Gallen und Zürich |
| Bauphysik,
Akustik: |
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Wichser
Akustik und Bauphysik, Dübendorf |
| Landschaftsarchitekt: |
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Ch.
Stern, dipl. Ing. Landschaftsarchitekt, Küsnacht/ZH |
| Beratung Lichtgestaltung: |
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Art
Light, St. Gallen |
| Wettbewerb: |
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1991 |
| Projekt
und Ausführung: |
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1996-1999 |
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| Elegante
Monumentalität |
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Standort und Bauaufgabe
Die bestehende Schulanlage des ehemaligen Interkantonalen Technikums
Rapperswil aus der Zeit der 1970er Jahre (Architekt Paul Tittel)
zwischen Bahnhof und See musste nach rund 30 Jahren infolge stark
wachsender Studentenzahlen erweitert werden. Die einzelnen Trakte
wurden schon damals als pavillonähnliche Strukturen konzipiert,
so dass sich eine ähnliche Typologie zur Ergänzung der
vorhandenen Bebauung als sinnvoll erwies. Der Wettbewerbsbeitrag
von Barbara Burren und Ingrid Burgdorf beinhaltete ein „Weiterbauen“,
Vervollständigen zu einem veritablen Campus und auch eine
urbane Präzisierung durch die Herstellung eines neuen zentralen
Ortes zwischen den alten und neuen Baukörpern, der das Wechselspiel
zwischen alt und neu, hoch und niedrig, orthogonal und diagonal
als mehrdeutiges Raumkontinuum inszeniert. Diese Piazza lässt
auch in Südrichtung den Blick frei auf den See.
Umgekehrt,
aus der Richtung des Sees, erscheinen die Neubauten als leichte
Pavillons in einer weiten Parklandschaft. |
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Raumkomposition
Die Durchdringung von Landschaftsraum und Baukörpern ist Teil
des architektonischen Konzepts beider Baukörper, die jedoch
unterschiedliche Bezüge zum Aussenraum aufweisen.
Das
bahnhofseitig gelegene Hörsaal- und Bibliotheksgebäude
weist im Erdgeschoss einen weiten Umraum um die Auditorien auf,
der als erweiterter Aussenraum öffentlich zugängliche
Nutzungen aufweist wie Foyer und Information, Cafeteria sowie
Zonen für
Aufenthalt und Lerngruppen.
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Im
Obergeschoss gibt die Bibliothek den faszinierenden Blick auf
Schloss, Hafen und die Altstadt von Rapperswil frei.
Der
Bibliotheksraum wirkt durch die baum- und astähnliche Tragstruktur
und das Glas-Sheddach als Fortsetzung des prägenden landschaftlichen
Umfeldes im Innern und unterstützt dadurch die Pavillon-Typologie. |
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Das
seeseitig angeordnete Gebäude beinhaltet Praktikums- und
Laborräume sowie Zeichensäle. Es ist „ausgehöhlt“ und
geradezu die Umkehrfigur zum Hörsaalgebäude: die Räume
grenzen an die Aussenflächen, im Innern jedoch führt
ein breiter Weg durch den Bau und vermittelt den Aussenraum mit
einer eingreifenden Raumfigur. Als erstes verbindet ein Foyer
die verschiedenen Betriebsteile durch gegenläufige Treppen,
welche zwei Galerien erschliessen und das Gebäude als zweistöckigen
Gesamtraum kennzeichnen.
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Westlich
ans Foyer schliesst dann ein Innenhof an – ein im Aussenklima
liegender Portikus –, der räumlich-volumetrisch sowohl
Bestandteil des Gebäudes als auch der Seeuferlandschaft
darstellt. Längsschnitt durch Innenhof.
Die
Zeichensäle sind bis auf eine niedrige Brüstung raumhoch
verglast und verstärken den Bezug zur weiten und attraktiven
Landschaft. |
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Sichtbeton als raumplastisches Gestaltungselement
Innerhalb der leicht erscheinenden Pavillons bilden raumdefinierende
und -begrenzende Körper und Flächen aus Rohbeton raumplastische
Figuren. Sie stehen in einem auffälligen Kontrast zu den schlanken
Betonstützen des Skelettbaus und den filigranen Gebäudehüllen,
die raumhoch und in voller Breite verglast und mit Baubronzeprofilen,
-sprossen und aussteifenden Glasschwertern gegliedert sind. Die
Anforderungen an präzises Handwerk und saubere Verschalung
und Oberflächenbearbeitung sind deshalb ebenso streng gesetzt
worden wie an die Fassade. Davon zeugen auch die breit ausladenden
dünnen Vordächer wie die Brüstungsverkleidungen.
Standbilder 4 + 5, U. Pfammatter.
Die
breiten horizontalen Betonbänder
als Abdeckung der Boden- und Deckenplatten verstärken nicht
nur die Horizontalität
der Pavillons in der weiten Natur- und Seelandschaft an diesem Ort,
sondern verleihen der neu gestalteten Schulanlage einen elegant monumentalen
Charakter. Sie zeichnen die Hauptlinien als markante Züge der „Physiognomie“ und
volumetrischen Gestaltung der erweiterten Campusanlage. Fassadenschnitt. |
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Literatur:
- Werk, Bauen+Wohnen, Nr. 10, Oktober 1999.
- Hochparterre, Nr. 11, November 1999.
- NZZ v. 1.10.99 u. 4.11.99.
Quellen
Pläne und Dokumentation: Architekten
Bilder: Ulrich Pfammatter
Panoramas: Marco Homberger, CH-6004 Luzern
Autor
Prof. Dr. Ulrich Pfammatter, CH-5618 Bettwil |
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