BETONSUISSE Architekturgalerie
 
       

 

Einführung
Aktuell Szene
AAL Luzern (Neubau)
AAZ St.Luzisteig
EFH Adligenswil/LU
EFH Beinwil/AG
EFH Schaan/FL
Gemeindehaus Wollerau SZ
Güterbahnhof Lausanne
Hafengebäude Fussach/A
Kantonsschule Zug
Kunstmuseum Vaduz
KVA Thun
Museum Gertsch Burgdorf
NA Kirche Zuchwil
Schulhaus Bussigny
Schulhaus Eschenbach/SG
Schulhaus Päffikon SZ
Schulhaus Volta Basel
Sporthalle Zug
Parking Le Flon Lausanne
WH Horn/TG
WH Zürich(Zürichberg)
Klassiker
EFH Jona/SG
Gebäude BAG, Bern-Köniz
Hochschule Chur
Hochschule Rapperswil
Laborgebäude Uni Bern
PGH Meister Wollerau SZ
Pharmazentrum Basel
Schulhaus Vella/GR
Umnutzung/Sanierung
AAL Luzern (Altbauten)
Betonpioniere
A1-Tankstelle Deitingen/SO
Bally Tageslichtfabrik
BETONSUISSE Homepage

 

 
Erweiterung Kantonsschule „Luegeten“ Zug
Architekten:   Enzmann + Fischer Architekt/innen BSA SIA, Zürich
- Projektleitung:   Philipp Fischer, Andreas Zimmermann
Bauingenieure:   Dr. Lüchinger + Meier, Zürich
- Projektleitung   Daniel Meyer, Andreas Gianoli
Landschaftsarchitekt:   Stefan Koepfli dipl. Landschaftsarchitekt BSLA, Luzern
Bauphysik:   Martinelli + Menti, Meggen
- Projektleitung:   Ralf Meier
Kunst am Bau:   Elisabeth Arpagaus, Peyriac de Mère
Wettbewerb:   2000
Bauzeit:   2001-2003
Dominierende Raumfigur

Ort und Situation
Was sich beim Armee Ausbildungszentrum Luzern AAL auf der flachen, aber aussichtsreichen Luzerner Allmend vollständig im Innern abspielte, eine durchdringende und in die Aussenwelt weisende dreidimensional überlagerte Raumfigur (vgl. Dokumentation in dieser Architekturgalerie), wurde in Zug, im komplizierten Gelände am Hangfuss hauptsächlich im Sockelbereich inszeniert.

   

Die Atrien der neuen Schulanlage verzahnen sich nicht nur in den einzelnen Stockwerken mit den Schulräumen vorgelagerten Plattformen, sondern auch mit der Aussenwelt: topografisch im Mikrobereich des Erdgeschosses, im Makrobereich durch die Plattformen erweiternden Terrassen. Die volumetrisch-räumliche und funktionell-erschliessungsmässige Verknüpfung spielt auch im Bezugsystem des Erweiterungsbaus zu den bestehenden dispersen Anlageteilen früherer Etappen der Architekten Hafner + Wiederkehr (1962-66).

   

Die Zirkulations“gassen“ an den Nahtstellen zwischen Alt und Neu lassen diese hohe Qualität räumlich spannender „Fügung“ plastisch erleben.

 

Terrassen und Plattformen
Als Reaktion auf terrassiertes Gelände und gute Aussichtslage ist das Erzeugen von weiträumigen Plattformen zu einem Entwurfsthema geworden, das beim Eingangsbereich ansetzt, sich über die Korridore fortsetzt und in der Dachlandschaft einen faszinierenden Abschluss findet.

   

Inszenierung von Zugang, Eingangsfoyer und Weg
Das „befreite“ Erdgeschoss ist Herzstück der neuen Anlage. Es enthält Foyers, Rampen und Treppen in einer erlebnisreichen Abfolge und erleichtert die Orientierung durch die räumliche Verbindung zu den Atrien, die in den oberen Stockwerken unterschiedliche räumliche Bezüge mit verschiedenartigen Öffnungen herstellen.

   









Das System von Rampen, Split-level und versetzten Treppen im Zugangsgeschoss führt zu mehrdeutigen räumlichen Beziehungen und Bezügen, die den Foyerbereich als reichhaltigen Erlebnis-, aber auch Gebrauchsraum prägen.  


Bereits die Eingangssituation ist eine Art raum-plastische Gestaltung von Körper, Material und Licht. Durch die Einheitlichkeit und Unverfälschtheit des raumbegrenzenden und tragenden Materials Beton wird die Räumlichkeit und Durchdringung verstärkt.  
In den Korridoren der oberen Stockwerke angekommen, wird der Bezug zur eben durchschrittenen Treppenplastik erneut dramatisch vor Augen geführt mittels Durchblicken, tiefen Öffnungen oder „Schaukästen“, die als „möblierte Fenster“ gestaltet sind.  
Gestaltungskraft des Sichtbetons
Der präzis und hochwertig verarbeitete Sichtbeton wie auch der Terrazzoboden wirken durch ihre homogene, gleichmässige und reflektierende Natürlichkeit zurückhaltend. Der Sichtbeton repräsentiert zugleich Körperlichkeit wie flächige Raumbegrenzung, dies noch unterstützt durch Lichtbänder an den horizontalen Raumkanten zwischen Decke und Wand.
 
Die Durchstösse und Öffnungen, die nach menschlichem Massstab gegliedert sind, kontrastieren im Material (Innen schweres Eichenholz, Aussen leichtes Aluminium), nicht aber in der robusten Rahmung, die wie eine Intarsie flächenbündig eingesetzt ist.  

Der Schulraum wirkt wie eine „Umkehrfigur“: der Baustoff Beton erscheint hier lediglich noch als Rahmen, die Raumbegrenzung (Wand, Boden, Akustikdecke) aus Holz als weiche, warme, eingesetzte oder angefügte ringsumlaufende und flächendeckende Schicht.  
Vorspannung und „Fachwerk“
Durch die reduzierte Lastabtragungsmöglichkeit im freien Erdgeschoss gezwungen, entwarfen die Ingenieure eine Art „mehrstöckige Brücke“ in Form eines komplexen Fachwerks. An einer exzentrischen Stelle musste zudem eine Diagonalkraft zuerst seitwärts, dann wieder in die Vertikale gelenkt und gezwängt werden, was im Hochbau wenig übliche Hilfsmittel erforderte, die aber den Möglichkeiten der Betontechnik entsprechen und sie ausschöpfen.
 



Literatur
- werk, bauen + wohnen 3/2004
- tec21, 6/2003
Quellen

Pläne und Dokumentation: Architekten
Panoramas: Marco Homberger, CH-6004 Luzern
Autor
Prof. Dr. Ulrich Pfammatter, CH-5618 Bettwil
 
     

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