| Erweiterung
Kantonsschule „Luegeten“ Zug |
 |
| Architekten: |
|
Enzmann
+ Fischer Architekt/innen BSA SIA, Zürich |
| -
Projektleitung: |
|
Philipp Fischer, Andreas Zimmermann |
| Bauingenieure: |
|
Dr.
Lüchinger + Meier, Zürich |
| -
Projektleitung |
|
Daniel Meyer, Andreas Gianoli |
| Landschaftsarchitekt: |
|
Stefan Koepfli dipl. Landschaftsarchitekt BSLA,
Luzern |
| Bauphysik: |
|
Martinelli + Menti, Meggen |
| -
Projektleitung: |
|
Ralf Meier |
| Kunst
am Bau: |
|
Elisabeth Arpagaus, Peyriac de Mère |
| Wettbewerb: |
|
2000 |
| Bauzeit: |
|
2001-2003 |
 |
 |
 |
|
| Dominierende
Raumfigur |
|
Ort
und Situation
Was sich beim Armee Ausbildungszentrum Luzern AAL auf der flachen,
aber aussichtsreichen Luzerner Allmend vollständig im Innern
abspielte, eine durchdringende und in die Aussenwelt weisende dreidimensional überlagerte
Raumfigur (vgl. Dokumentation
in dieser Architekturgalerie), wurde
in Zug, im komplizierten Gelände am Hangfuss hauptsächlich
im Sockelbereich inszeniert.
|
|

|
 |
Die
Atrien der neuen Schulanlage verzahnen sich nicht nur in den
einzelnen Stockwerken mit den Schulräumen vorgelagerten
Plattformen, sondern auch mit der Aussenwelt: topografisch im
Mikrobereich des Erdgeschosses, im Makrobereich durch die Plattformen
erweiternden Terrassen. Die volumetrisch-räumliche und funktionell-erschliessungsmässige
Verknüpfung spielt auch im Bezugsystem des Erweiterungsbaus
zu den bestehenden dispersen Anlageteilen früherer Etappen
der Architekten Hafner + Wiederkehr (1962-66).
|
|
 |
 |
Die
Zirkulations“gassen“ an den Nahtstellen zwischen
Alt und Neu lassen diese hohe Qualität räumlich spannender „Fügung“ plastisch
erleben.
|
|
 |
 |
Terrassen
und Plattformen
Als Reaktion auf terrassiertes Gelände und gute Aussichtslage
ist das Erzeugen von weiträumigen Plattformen zu einem Entwurfsthema
geworden, das beim Eingangsbereich ansetzt, sich über die Korridore
fortsetzt und in der Dachlandschaft einen faszinierenden Abschluss
findet.
|
|


 |
 |
Inszenierung
von Zugang, Eingangsfoyer und Weg
Das „befreite“ Erdgeschoss ist Herzstück der neuen
Anlage. Es enthält Foyers, Rampen und Treppen in einer erlebnisreichen
Abfolge und erleichtert die Orientierung durch die räumliche
Verbindung zu den Atrien, die in den oberen Stockwerken unterschiedliche
räumliche Bezüge mit verschiedenartigen Öffnungen
herstellen.
|
|










 |
 |
| Das
System von Rampen, Split-level und versetzten Treppen im Zugangsgeschoss
führt zu mehrdeutigen räumlichen Beziehungen und Bezügen,
die den Foyerbereich als reichhaltigen Erlebnis-, aber auch Gebrauchsraum
prägen. |
|

|
 |
| Bereits
die Eingangssituation ist eine Art raum-plastische Gestaltung von
Körper, Material und Licht. Durch die Einheitlichkeit und
Unverfälschtheit des raumbegrenzenden und tragenden Materials
Beton wird die Räumlichkeit und Durchdringung verstärkt. |
|
 |
 |
| In den
Korridoren der oberen Stockwerke angekommen, wird der Bezug zur
eben durchschrittenen Treppenplastik erneut dramatisch vor Augen
geführt mittels Durchblicken, tiefen Öffnungen oder „Schaukästen“,
die als „möblierte Fenster“ gestaltet sind. |
|
 |
 |
Gestaltungskraft
des Sichtbetons
Der präzis und hochwertig verarbeitete Sichtbeton wie auch der
Terrazzoboden wirken durch ihre homogene, gleichmässige und
reflektierende Natürlichkeit zurückhaltend. Der Sichtbeton
repräsentiert zugleich Körperlichkeit wie flächige
Raumbegrenzung, dies noch unterstützt durch Lichtbänder
an den horizontalen Raumkanten zwischen Decke und Wand. |
|
 |
 |
| Die
Durchstösse und Öffnungen, die nach menschlichem Massstab
gegliedert sind, kontrastieren im Material (Innen schweres Eichenholz,
Aussen leichtes Aluminium), nicht aber in der robusten Rahmung,
die wie eine Intarsie flächenbündig eingesetzt ist. |
|


 |
|
| Der
Schulraum wirkt wie eine „Umkehrfigur“: der Baustoff
Beton erscheint hier lediglich noch als Rahmen, die Raumbegrenzung
(Wand, Boden, Akustikdecke) aus Holz als weiche, warme, eingesetzte
oder angefügte ringsumlaufende und flächendeckende Schicht. |
|
 |
|
Vorspannung
und „Fachwerk“
Durch die reduzierte Lastabtragungsmöglichkeit im freien Erdgeschoss
gezwungen, entwarfen die Ingenieure eine Art „mehrstöckige
Brücke“ in Form eines komplexen Fachwerks. An einer exzentrischen
Stelle musste zudem eine Diagonalkraft zuerst seitwärts, dann
wieder in die Vertikale gelenkt und gezwängt werden, was im
Hochbau wenig übliche Hilfsmittel erforderte, die aber den Möglichkeiten
der Betontechnik entsprechen und sie ausschöpfen. |
|




 |
 |
Literatur
- werk, bauen + wohnen 3/2004
- tec21, 6/2003
Quellen
Pläne und Dokumentation: Architekten
Panoramas: Marco Homberger, CH-6004 Luzern
Autor
Prof. Dr. Ulrich Pfammatter, CH-5618 Bettwil |
 |
 |
 |