BETONSUISSE Architekturgalerie
 
       

 

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Neubau Sporthalle Herti Zug
Architekten:   Bétrix & Consolascio, Erlenbach
Mitarbeit: Harald Echsle, Nathalie Rossetti
Bauingenieure:   Dr. Lüchinger + Meier, Zürich
Berchtold & Eicher, Zug
Landschaftsarchitekt:   Ryffel & Ryffel, Uster
Bauphysik:   Leuthe & Zimmermann, Biel
Haustechnik:   Waldhauser Haustechnik, Münchenstein
Lichtplanung:   Tom Donnellan, E-Alava
Wettbewerb:   1997
Bauzeit:   1998-2001
Umgekehrte Säulenhalle

Ort und Situation
Der leicht schräg in die bestehende Situation gestellte Kubus der neuen Sporthalle Zug ist Solitär und Mitspieler am Ort zugleich. Vor den ehemaligen Bahndamm gesetzt, wirkt die Halle revitalisierend in der Brache.

   

Zwischen den bestehenden grossen Hallen belebt sie die eigentümliche urbane Stimmung an diesem unpräzisen Ort.

   

Raumgefüge
Die Dreifachturnhalle ist im Innern von einem dichten Säulenkranz umgeben. In den westlichen Viertel der Halle fügt sich ein mehrgeschossiger Körper mit allen Nebenräumen und kleinräumigen Zusatzfunktionen mit einer vorgeschobenen Galerie bzw. Tribüne.

 





Dieser selbständige Baukörper stellt eine begeh- und benützbare Rauminstallation dar, die ihre vielschichtige Funktionalität in Form von nach oben geöffneten „Raumschachteln“ plastisch zum Ausdruck bringt.

   

Ihre Räumlichkeit und plastische Gestalt als selbständiger, in die grosse Halle hineingestellter Baukörper kommt am deutlichsten an der Schnittstelle zur Halle, andererseits in seinem Innern, der Treppenanlage, zum Ausdruck.

   

Materialisierung
Die Hallendecke besteht aus einem hohen, weiträumigen Stahlfachwerk, überdeckt durch eine transluzide Dachhaut, die als Leuchtfläche wirkt, umso mehr, als das Tragwerk dunkel eingefärbt ist.
 

Die Betonpfeiler sind Auflager dieses Stahltragwerks. Ausserhalb dieses Systems liegt eine ringsumlaufende Zirkulationsschicht, ein zweites Gebäude, das leichter konstruiert ist und mit einer doppelten Gebäudehülle und einem Zwischendach in Leichtbautechnik versehen ist.  
Gebäudehülle
Die innere und äussere Fassadenhaut besteht aus getöntem Profilbauglas, dazwischen steht die Stahlkonstruktion mit einer Wärmedämmschicht. Diese ist im Innern mit einer Schicht Holzwerkstoff als Farbträger versehen, aussen ergänzt mit einer zweiten Dämmung, ebenfalls Farbträger. Oberhalb von ca. 5.5 m wurde das Profilit aussen durch ein einfaches Linitglas ersetzt, und im Innern entfällt die Einfärbung: Farbtonwechsel und veränderte Lichtreflexion scheinen den Baukörper nach oben aufzulösen.
 

Die Farbtönungen lassen die Umhüllung der Halle immer wieder in anderem Licht erscheinen, je nach Jahres- und Tageszeit, Klima- und Wetterverhältnissen. Die Tonwerte: orange, persisch-rosa, glockenblumen-blau, brillant-grün führen zu einer „Transcoloration“ (B & C) – ephemere Verwandlung einer Farbe durch eine andere. Die Wirkungen sind unberechenbar, unvorhersehbar, überraschend.  

Materialsensibilität der Baustoffe Sichtbeton, Holz, Glashülle
Das Gefüge von Säulenhalle und Rauminstallation aus robustem Beton, in präziser, scharfkantiger Ausführung und körperhafter wie flächiger Erscheinung, aus warmem Holz (Bodenbelag und Möbel im Nebenkörper), das als Intarsie eingesetzt ist sowie aus ephemer wirkender gläserner Umhüllung verwandelt den schlichten Baukörper in ein Juwel – ein „Schrein für Sport und Schule“ (B & C).
 

 

Literatur:
- sb – Sportstättenbau und Bäderanlagen, 1/2003
- Detail, 4/2002
- Casabella, 701/2002
- Werk, Bauen + Wohnen, 4/2001
Quellen

Pläne und Dokumentation: Architekten
Panoramas: Marco Homberger, CH-6004 Luzern
Autor
Prof. Dr. Ulrich Pfammatter, CH-5618 Bettwil
 
     

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