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| Parking du Centre Le Flon, Lausanne |
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| Parkingkonzept – Sicherheit, Transparenz, Attraktivität |
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Situation
Das Parking liegt im Zentrum von Lausanne, in der durch den früheren (jetzt kanalisierten) Flusslauf des „Flon“ geprägten topografischen Mulde zwischen der seeorientierten unteren Stadt und der oberen Hangstadt. Die Mulde war früher noch tiefer, wurde dann im Verlaufe der Stadtgeschichte über mehrere Stockwerke aufgeschüttet, so dass sich eine Art „neugeschichtliche Archäologie“ ergibt mit zum Teil noch sichtbaren Spuren der „versunkenen Baustrukturen“. Das Quartier Le Flon ist seit einigen Jahren einem totalen Erneuerungsprozess unterworfen, und das Parking du Centre spielt dabei die Rolle eines funktionellen „Passstücks“ und der Konzentration des Parkierens in diesem Entwicklungsgebiet.
Über dem Parking ist ein 4-stöckiges Geschäftshaus geplant, das die nur in der Mitte der Parkhausquerschnitts befindenden Stützen oberirdisch aufnimmt und sie analog einer Baumstruktur bis unters Dach verzweigt. |
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Räumlich-funktionelles Konzept
Das Innere des Parkings stellt gewissermassen die Verlängerung oder Vertiefung des urbanen Prozesses dar. Im Bereich der Rampen insbesondere, wo volle Aufmerksamkeit in der Zirkulation und Beweglichkeit gefordert ist, wurde durch die Architekten ein städtischer Raum geschaffen mit Fassaden und einem zentralen Platz, der bestückt ist mit einem umgekehrt an der Decke aufgehängten Baum als „nature morte“ des Künstlers Daniel Schläpfer, jedoch Abbild und Erinnerung an das darüberliegende Stadtleben.
Die Lichtführung und Perforation der aufgelösten Lochfassade der Rampenspirale wirkt als Innenraum eines anderen Aussenraums, nicht derselben Unterniveaugarage im üblichen Sinne. Eine paradoxe Raumwahrnehmung stellt sich ein: die Rampe ist schon Teil des oberirdischen Stadtraums und signalisiert die Aussenwelt. Der eingeschlossene Raum innerhalb der Spirale – eine Rotunde fast römischer Monumentalität – wirkt durch seine Grösse und Dimension wiederum als urbaner Platz; nur der umgekehrte und tote Baum kehrt das Paradoxon wieder auf die Füsse... |
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Betonkonstruktion
Der „Faktor Dynamik“ des unterirdischen Parkierens veranlasste die Architekten, die Rotundenwand als perforierte Betonscheibe auszubilden, mit senkrecht zum Rampengefälle angeordneten schmalen scheibenartigen Stützen, die im flachen Teil weitergeführt werden, so dass sich die Dynamik der Spirale bereits bei der Einfahrt ankündigt.
Ein weiteres architektonisches Gestaltungsfeld bot die Organisation und Konstruktion der Parkierungsräume selbst. Um die Übersichtlichkeit mit Sicherheitsambitionen zu verbinden, wurden die Parkdecks stützenfrei bzw. nur mit einer Reihe von Mittelstützen versehen, deren Querschnitt sich von einem längsgerichteten Rechteck im Sockelbereich nach oben zu einem Quadrat verformt (60 x 60 cm). Die Seitenflächen in der Längsachse werden jeweils beleuchtet.
Die Parkfelder sind leicht schräg angeordnet (um 10° abgewinkelt), um Ein- und Ausfahrt zu erleichtern, was zu einer grossen Akzeptanz durch die Besucher führte. Jedoch hatte diese Massnahme auch einen entscheidenden Einfluss auf die Lage der Mittelstützen und auf die freien Spannweiten von 15.5 m. Die Stützenreihe wiederum bestimmt weitgehend das Tragsystem und die Raumtypologie das darüberliegenden geplanten Geschäftshauses.
Jedes Parkdeck ist andersfarbig gekennzeichnet und weist auch klare Spuren zu den Lifts und Treppenhäusern auf, die hell gestaltet, mit der entsprechenden „Merkfarbe“ versehen und mit transparenten Liftanlagen ausgestattet wurden. |
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Fazit
Obwohl „nur“ ein unterirdisches Parking, boten die Rahmenbedingungen den Architekten Gelegenheit, einige wesentliche, teilweise nicht auf den ersten Blick erkennbare architektonische Qualitäten zu verwirklichen, die den Benützern des Parkings ein aussergewöhnliches räumliches Erlebnis verschaffen und zu einer besseren, gebrauchstüchtigen, sicheren und annehmlicheren Funktionalität als üblich geführt haben.
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Literatur
- Ueli Brauen, Doris Wälchli, Ariane Epars, Ueli Brauen & Doris Wälchli 1999-2004, Editions Virages Neuchâtel 2004 (Ausstellungskatalog Archivio Cattaneo Cernobbio-Como).
- Ueli Brauen & Doris Wälchli, Zürich 1999 (Ausstellungskatalog ETH Zürich/gta).
- werk-Material, werk, bauen + wohnen 5/2004.
- as, Schweizer Architektur, AS-LIBRE, 157-I 2005.
Quellen
Pläne und Dokumentation: Architekten
Panoramas: Marco Homberger, CH-6004 Luzern
Autor
Prof. Dr. Ulrich Pfammatter, CH-5618 Bettwil |
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