BETONSUISSE Architekturgalerie
 
       

 

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Collège Tombay II, Bussigny-près-Lausanne
Bauherrschaft:   Commune de Bussigny-près-Lausanne
Architekten:  

Luscher Architectes S.A.
Rodolphe Luscher, Architecte FAS/SIA urbaniste FSU
Atelier d’architecture et de planification urbaine, Lausanne
Mitarbeit: Mario Da Campo, Bao Tran

Bauingenieure:   AIC ingénieurs conseils S.A. Lausanne
Bauzeit:   1999; 2001-03
Spektakuläre Raumfigur

Situation

Das spezielle an der Situation ist die räumlich-volumetrische und funktionelle Anbindung des Neubaus an den bestehenden Schulbau (Collège Tombay I) und dass das Gelände stark ansteigend ist.

Somit stellte sich das Problem des Haupteingangs, den die Architekten auf Niveau 2 wählten, um eine direkte Verbindung zur oben liegenden Zufahrt und zum alten Collège im Norden herzustellen. (Hangquerschnitt)
Während eine breite Brücke zum Eigangsfoyer weist und ganz leicht ansteigt, stellt eine direkt neben der Brücke liegende bequeme Treppe die Verbindung zum unteren Niveau 1 her.

Dieser Weg taucht nun unter einen breit auskragenden Teil des Gebäudes und führt zu einer dramatischen räumlichen Verdichtung, zu einem Erlebnisweg, der zudem Einblick gewährt in die Innenwelt des Schulgebäudes, die an dieser Nahtstelle im Innern eine parallel geführte, etwas schmalere Treppe aufweist, getrennt lediglich durch eine Glaswand.

Der dank der enormen Auskragung freigespielte Aussenraum übernimmt die Rolle eines gedeckten Aufenthaltsplatzes, der alle Niveaus räumlich und optisch miteinander verknüpft.

Der durch diese Aussentreppe erreichbare Aussenraum auf Niveau 1 dient sportlichen Betätigungen und dem Pausenbetrieb und ist also betrieblich und akustisch getrennt vom Eingansbereich. Er ist mit wenigen gestalterischen Elementen versehen und überlässt die Organisation und das „Bespielen“ der Plätze den Akteuren des Schulbetriebes und der Nachbarschaft.

   









Räumlich-funktionelles Konzept

Die Anbindung des neuen Baukörpers an das bestehende Gebäude des Collège No. I erfolgt mittels einer „voll-hohl-Operation“: Ein mit einem ganzflächigen Oberlicht ausgestattete Patio mit der Haupttreppenanlage führt den Blick präzis an den Kopfbau des alten Gebäudes, der damit eine äussere Raumbegrenzung bildet.

Die Schulräume sind keine abgeschlossenen Kemmern, sondern geben den Blick breiträumig frei sowohl nach Aussen wie auch ins Innenleben der Schulanlage.

   



Betonkonstruktion

Das Kunststück des Ingenieurs bestand darin, die enorme Auskragung unter der Westfassade mittels dreier querliegender vorgespannter Betonscheiben zu bewältigen, die zudem nicht durchs ganze Schulgebäude gespannt werden konnten, da im mittleren Drittel das Foyer und die Treppenanlage offene Räume bilden sollten.

An der Schnittlinie der Glasfassade zwischen der inneren und äusseren Treppe gibt es lediglich zwei längsgerichtete und an der nordwestlichen Ecke eine quergerichtete schmale Scheibe.

Diese wenigen und „durchlöcherten“ Auflagerelemente mussten mit Hilfe der Betonvorspanntechnik so miteinander verknüpft werden, dass eine biegesteife Auskragung von Schulzimmerbreite erreicht werden konnte. Diese räumliche,konstruktive und tragwerkstechnische Konstellation führt denn auch zu einer erstaunlichen Transparenz im Innern der Schulanlage, insbesondere an den Übergangsstellen zur spektakulären Auskragung.

 



Quellen
Pläne und Dokumentation: Architekten
Panoramas: Marco Homberger, CH-6004 Luzern
Autor
Prof. Dr. Ulrich Pfammatter, CH-5618 Bettwil
 
     

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