Preisträger und Auszeichnungen
Die achtköpfige Jury unter der Leitung von Professor Andrea Deplazes legte sich nach einem Jurytag mit einer ersten Vorauswahl und einer dreitägigen Juryreise mit Besichtigung der potenziellen Kandidaten einstimmig fest:
Ein Preis für Valerio Olgiati, von dem mit dem Nationalparkzentrum in Zernez, dem Atelier Bardill in Scharans und dem Haus K + N in Wollerau die hinsichtlich konzeptioneller Präzision und Materialisierung überzeugendsten Projekte stammen. Mit Auszeichnungen bedacht wurden die Berufsfachschule BBB in Baden von Burkhard Meyer sowie die Wohnüberbauung Paul-Clairmont-Strasse in Zürich von Gmür & Steib. Laut dem Laudator Professor Georg Franck setzen sich sämtliche der ausgezeichneten Werke mit Bautypen auseinander, die zum architektonischen Elend der verbauten Umwelt spezifisch beitragen. Der Preisträger Valerio Olgiati kämpft erstens mit dem Typ der Villa, die sich als dick gewordenes Siedlungshäuschen breit macht (Haus K+N in Wollerau), zweitens mit dem modernen Implantat in den empfindlichen historischen Bestand (Atelier Bardill in Scharans) und drittens mit dem Bauen für die touristische Erschliessung von Naturdenkmälern (Nationalparkzentrum Zernez). Das Austauschbare dieser Bautypen wird zum Verschwinden gebracht - sei es, dass (wie in Wollerau) die Situation "Hanglage mit Seeblick" eine radikale Umdeutung erfährt, sei es, dass (wie in Scharans) der Ausgleich von Alt und Neu in ein Ausbalancieren von Extremen übersetzt wird, oder sei es, dass (so in Zernez) die Harmlosigkeit der gängigen Lösungen durch ein gefährliches Spiel von schön und hässlich ersetzt wird.