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Hochbau

Raffinierte Transformation: Bürohaus Müllerstrasse, Zürich

Wie kann ein konventioneller Betonbau aus den 1980er-Jahren nachhaltig erneuert werden? Die Sanierung an der Müllerstrasse zeigt es beispielhaft: Die robuste Stützen-Platten-Konstruktion blieb erhalten, Brüstungen und weitere Betonteile wurden gezielt rückgebaut – und konstruktiv wie stofflich wiederverwendet. Herausgetrennte Elemente stabilisieren heute die Dachkanten, aus fein gemahlenem Abbruchbeton entstanden neue Dämmplatten. So wird Beton nicht nur bewahrt, sondern Teil einer zukunftsfähigen Kreislaufstrategie – präzise und mit hohem architektonischem Anspruch umgesetzt.

Bauen heisst immer öfter umbauen, ertüchtigen. Wie kann ein Gebäude, dessen Struktur als konven­ tionelle siebengeschossige Stützen­Platten­Konstruk­ tion in Beton mit tragenden Brüstungen und drei Un­ tergeschossen erstellt wurde, zukunftsfähig gemacht werden? Das umgebaute Bürohaus aus den 1980er­ Jahren gibt eine ebenso innovative wie überzeugen­ de Antwort auf diese aktuelle Fragestellung. Zur besseren Belichtung sollte der Glasanteil vergrössert werden. Dafür wurden die Betonbrüstungen und wei­ tere Betonteile herausgetrennt und auf verschiedene Weise weiterverwendet: Auf dem Dach ermöglichen sie zusammen mit einem Stahlträger das Abhängen schlanker Zugstangen zur nunmehr notwendigen Sta­ bilisierung der Deckenränder. Die neuen geschossho­ hen Fensterelemente sind mit schaltbarem Flüssig­ kristallglas versehen, das den Sonnenschutz ersetzt. Weiteres Rückbaumaterial wurde für Betonteile und Terrazzoplatten verwendet.

Zudem wurden in einem neuartigen Verfahren aus fein gemahlenem Abbruch­ beton unter Zugabe von CSA­Zement (Calcium ­Sul­foaluminat­-Zement, ein nachhaltiger und schnell er­ härtender Zement) und weiteren Komponenten kalt aufgeschäumte Dämmplatten hergestellt.

 

Von all die­ sen Prozessen, die einen grossen Rechercheaufwand bedeuteten, ist nach Abschluss der Bauarbeiten we­ nig zu spüren. Auch der eleganten Fassade mit Strei­ fen aus Gussaluminium, die den Decken­ und Boden­ aufbau nachzeichnen und aus dem Zerschneiden der ursprünglichen Fassadenplatten gewonnen wurden, sieht man die Re­Use­Thematik nicht an. Am ehesten zeigt sich diese in der Eingangshalle, wo die Alumi­ niumplatten in geschliffener Form als Wand­ und De­ ckenverkleidung erneut zum Einsatz kommen. Gerade darin liegt die besondere Qualität des Projektes: Mit verschiedenen Strategien und hohem architektoni­ schem Anspruch wurde das bestehende Betongebäu­ de kreislauffähig transformiert.

Bilder 1-3: Alexander Arregui; Bild 4: Noshe
Bilder 1-3: Alexander Arregui; Bild 4: Noshe
Müllerstrasse Galerie
Müllerstrasse Galerie
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Projektdaten Bürohaus Müllerstrasse

Aufgabe:
Sanierung

Baukategorie (SIA 102):
Handel und Verwaltung

Architekten:
Ilmer Thies Architekten AG

Ingenieure:
Basler & Hofmann AG Ingenieure, Planer und Berater

Bauherrschaft:
Swiss Prime Site Immobilien AG

General-/Totalunternehmung:
Allco AG Totalunternehmung

Baukosten:
60 Mio. CHF

Projektbeginn:
2019

Fertigstellung:
2024

Bilder: Maris Mezulis, Rory Gardiner, Alexander Arregui (Archibatch)
Bilder: Maris Mezulis, Rory Gardiner, Alexander Arregui (Archibatch)
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