Sichtbeton: Planung, Ausführung und Gestaltung

Sichtbeton macht jede Entscheidung sichtbar. Struktur, Farbton und Erscheinungsbild einer Betonoberfläche entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis sorgfältiger Planung, einer präzisen Schalung und einer hochwertigen Ausführung. Wer Sichtbeton plant und ausführt, gestaltet gleichzeitig die spätere Wirkung eines Bauwerks. Das BETONSUISSE-Merkblatt begleitet Sie dabei. Es unterstützt Sie von der Planung bis zur fertigen Oberfläche und zählt seit Jahren zu den meistgenutzten Publikationen von BETONSUISSE.

Was Sichtbeton besonders macht

Unter Sichtbeton versteht man sichtbare Betonoberflächen, die hohen ästhetischen Anforderungen entsprechen. Für viele Architekten ist dieses Material die Basis der hohen Kunst des Bauens. Und tatsächlich sind die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Sichtbeton faszinierend – etwa, wenn es darum geht, durch reine Konstruktion moderne Formen darzustellen. Sichtbeton ist mit den Anforderungen an die Schalung und die Betonoberfläche in der Norm SIA 118/262 geregelt. Jedoch sind Sorgfalt und Erfahrung bei der Planung und Ausführung von Sichtbetonflächen von grösster Bedeutung. Deshalb vermittelt BETONSUISSE Wissen und gibt Empfehlungen, wie sich die gewünschten Resultate zur Zufriedenheit aller Beteiligten erzielen lassen. Zusätzliche detaillierte Angaben dazu finden sich im «Merkblatt für Sichtbetonbauten» von BETONSUISSE. Die im Folgenden gemachten Aussagen konzentrieren sich auf ausgewählte, wesentliche Punkte. Damit das Ergebnis überzeugt, braucht es Sorgfalt in allen Phasen:

  • eine genaue Planung
  • das harmonische Zusammenspiel von Entwurf, Material und Ausführung
  • handwerkliche Genauigkeit auf der Baustelle

Nur wenn all diese Schritte ineinandergreifen, entsteht eine Oberfläche, die in ihrer Struktur, Haptik und Wirkung überzeugt: von roh und strukturiert bis glatt und fein.

Qualität sichtbar machen

Sichtbeton überzeugt nicht nur technisch, sondern auch optisch. Sein Erscheinungsbild entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren wie z.B. Schalung, Fugenbild, Farbton, Textur und Nachbehandlung. Die Norm SIA 118/262 definiert die Betonoberflächenklassen (BOK) und legt die Anforderungen an Optik sowie Technik fest. Für besonders hohe gestalterische Ansprüche werden die Schalungstypen 3 und 4 eingesetzt. Sie ermöglichen einheitliche Strukturen, präzise Fugenbilder und eine gleichmässige Farbwirkung. Das von BETONSUISSE herausgegebene Merkblatt für Sichtbetonbauten ergänzt diese Norm. Es führt vier Sichtbetonklassen (SBK) ein und beschreibt, wie Textur, Poren (Lunker), Farbton, Ebenheit sowie Fugen im gestalterischen Zusammenspiel bewertet werden.

Oberfläche als Ausdrucksmittel

Sichtbeton eröffnet ein breites Feld an Gestaltungsmöglichkeiten, denn durch verschiedene Bearbeitungsverfahren entstehen ganz unterschiedliche Wirkungen:

  • Gewaschene Oberflächen legen die Gesteinskörnung frei.
  • Gesäuerte Flächen wirken warm und natürlich.
  • Geschliffene oder polierte Oberflächen zeigen die Struktur des Betons und gewinnen optische Tiefe.
  • Gestrahlte oder gestockte Oberflächen verleihen dem Material eine spürbare Struktur und handwerkliche Präsenz.

Somit wird Beton zu einem sichtbaren Gestaltungselement, das Dauerhaftigkeit und Ausdruck vereint.

Einheit von Planung und Ausführung

Damit Sichtbeton überzeugt, müssen die Erwartungen an das Erscheinungsbild schon früh definiert werden. Entscheidend sind zum Beispiel Referenzflächen, klare Toleranzen und ein gemeinsames Verständnis zwischen Bauherrschaft, Planenden und Ausführenden. Das Merkblatt Sichtbeton bietet hierzu eine praktische Arbeitsgrundlage. Es unterstützt Planende und Ausführende dabei, die gestalterischen Möglichkeiten des Betons optimal zu nutzen und Qualitätsabweichungen (z.B. Farbabweichungen, Risse, Unebenheiten) zu vermeiden.

Mehr über Sichtbeton erfahren

Das Merkblatt für Sichtbetonbauten gibt Ihnen konkretes Handwerkszeug für jede Projektphase. Es zeigt:

  • welche Betonoberflächenklassen (BOK) für welche gestalterischen Ansprüche geeignet sind
  • wie Schalungstypen die spätere Oberflächenwirkung bestimmen
  • wie Sie Referenzflächen definieren und Mängel von Anfang an vermeiden
  • welche Anforderungen die SIA 118/262 stellt und wo das Merkblatt darüber hinausgeht

Die dritte, vollständig überarbeitete Auflage (2020) richtet sich an Architekten, Ingenieure, Bauherren und Ausführende. Sie kann direkt als Vertragsbestandteil eingesetzt werden.

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