Projekte, Nachhaltigkeit
6 Min.

Ein Meilenstein in alpiner Architektur und Nachhaltigkeit

Baustellenbesuch auf 3'020 Meter über Meereshöhe
In den kommenden Jahren wird der Titlis zum Schauplatz architektonischer und ökologischer Entwicklungen. Die international renommierten Architekten Herzog & de Meuron haben ein Konzept für die Neugestaltung der Bergstation und des ikonischen Richtstrahlturms aus den 1980er Jahren erarbeitet. Bis 2029 entsteht so auf dem Gipfel eine Architektur, die den ästhetischen Ansprüchen gerecht wird und zugleich die Herausforderungen der Nachhaltigkeit und des Tourismus meistert.

Ein Meilenstein in alpiner Architektur und Nachhaltigkeit
Ein Blick hinter die Kulissen: Baustellenbesichtigung des Projekts TITLIS
Ein Blick hinter die Kulissen: Baustellenbesichtigung des Projekts TITLIS

Herausforderungen des alpinen Bauens

Das Bauen auf 3'020 Metern über dem Meeresspiegel stellt besondere Herausforderungen dar. Extreme Wetterbedingungen und komplexe logistische Anforderungen erfordern innovative Lösungen und präzise Planung. «Während der Bauarbeiten muss der Betrieb der Titlis-Bergbahnen ungestört weiterlaufen. Daher kann der Materialtransport von der Station Stand zum Titlis nur nachts erfolgen», erklärt Norbert Scholz, Gesamtprojektleiter der Titlis Bergbahnen. «Täglich besuchen mehrere Tausend Gäste den Titlis. Unser Ziel ist es, die Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten.»

Projekt TITLIS: Einblick in die Zukunft des Gipfels mit Norbert Scholz, Gesamtprojektleiter der Titlis Bergbahnen
Projekt TITLIS: Einblick in die Zukunft des Gipfels mit Norbert Scholz, Gesamtprojektleiter der Titlis Bergbahnen

Effiziente Produktion direkt vor Ort

Um die Bauarbeiten möglichst effizient und umweltschonend zu gestalten, wurden zwei Betonwerke errichtet – eines an der Station Stand und eines direkt auf dem Titlis. Diese ermöglichen es, das Baumaterial vor Ort zu produzieren, was die Abhängigkeit von Transporten aus dem Tal erheblich reduziert. «Der meiste, benötigte Kies wird direkt vor Ort aus gebrochenem Gestein gewonnen, und spezielle Transportfahrzeuge, die eigens für diese Baustelle optimiert wurden, spielen eine zentrale Rolle im Logistiksystem», erläutert Martin Käslin, Baustellenleiter des Projekts TITLIS. «Zudem setzen wir auf komplizierte Schalungen, die den hohen Bauanforderungen gerecht werden. Diese Massnahmen gewährleisten nicht nur die termingerechte Fertigstellung des Projekts, sondern minimieren auch die ökologischen Auswirkungen.»

Martin Käslin, Baustellenleiter des Projekts TITLIS erklärt die Herausforderungen des alpinen Bauens auf 3'020 Metern ü. Meer
Martin Käslin, Baustellenleiter des Projekts TITLIS erklärt die Herausforderungen des alpinen Bauens auf 3'020 Metern ü. Meer

Eckdaten zum Projekt TITLIS

2024 markiert einen wichtigen Meilenstein mit der Eröffnung der neuen, einspurigen Pendelbahn (Titlis Connect) zwischen Stand und Titlis. Diese wird vor allem für Evakuationen und Materialtransporte genutzt und ermöglicht ab 2026, den Gipfel ganzjährig, auch während der Wartungszeit der Rotair, zu erreichen. Die neue Linie, verbunden mit der neuen Bergstation durch einen unterirdischen Stollen, ist in das architektonische Gesamtkonzept eingebunden.

Baustellenansicht Station Titlis Connect, Stand Sommer 2024, Bildquelle Titlis Bergbahnen
Baustellenansicht Station Titlis Connect, Stand Sommer 2024, Bildquelle Titlis Bergbahnen

Bis 2026 wird der ehemalige Richtstrahlturm saniert und in einen neuen Aussichtsturm umgewandelt. Herzog & de Meuron transformieren die ursprüngliche Beton- und Stahlkonstruktion aus den 1980er Jahren in eine ikonische, kreuzförmige Figur, die weiterhin auf der bestehenden Betonstruktur aufbaut.

Baustellenansicht Aussichtsturm, Stand Sommer 2024, Bildquelle Titlis Bergbahnen
Baustellenansicht Aussichtsturm, Stand Sommer 2024, Bildquelle Titlis Bergbahnen

In der letzten Phase des Projekts, die bis 2029 abgeschlossen sein wird, entsteht eine neue Bergstation, die die bestehenden Gebäude aus den 1960er Jahren ersetzt. Die neue Station wird wie ein Kristall aus Stahl und Glas in den Felsen integriert und durch ihre grosszügige Architektur viel Raum für die Gäste bieten.

Baustellenansicht Titlis, Stand Sommer 2024, Bildquelle Titlis Bergbahnen
Baustellenansicht Titlis, Stand Sommer 2024, Bildquelle Titlis Bergbahnen

Ein wirtschaftliches und nachhaltiges Bauvorhaben

Mit einem Investitionsvolumen von rund 120 Millionen Franken wird das Projekt TITLIS eine erhebliche regionale Wertschöpfung erzeugen, die den Menschen und Unternehmen im Engelbergertal und der gesamten Zentralschweiz zugutekommt. Das Projekt soll sicherstellen, dass auch kommende Generationen die einzigartige Schönheit des Titlis erleben können. Durch architektonische Innovationen und eine starke Fokussierung auf Nachhaltigkeit wird der Wärmebedarf trotz einer 85-prozentigen Flächenerweiterung um die Hälfte reduziert. Darüber hinaus werden die CO2- und Feinstaubemissionen um 98 Prozent gesenkt, und der Energiebedarf wird auf das Niveau von nur drei Einfamilienhäusern verringert.

Quelle Visualisierung: Herzog & de Meuron

Bauen mit Beton im alpinen Raum

  • Vor-Ort-Produktion: Zur Minimierung von Transporten und Schonung der Ressourcen wird so viel wie möglich direkt auf dem Berg aufbereitet. Zwei Betonwerke – eines an der Station Stand und eines auf dem Gipfel – gewährleisten eine effiziente und umweltschonende Bauweise.
  • Ressourcenschonung: Der benötigte Kies wird direkt vor Ort aus gebrochenem Gestein gewonnen. Diese Vorgehensweise reduziert den Materialtransport aus dem Tal erheblich und schont Ressourcen.
  • Wasserkreislauf: Wasser wird vor Ort aufbereitet und im Kreislauf wiederverwendet, was den Wasserverbrauch deutlich senkt und die Umweltbelastung minimiert.
  • Sicherheit und Stabilität: Beton überzeugt durch seine Tragfähigkeit, Robustheit, Flexibilität und Dauerhaftigkeit. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem unverzichtbaren Baustoff für die Seilbahnen in der Schweiz, die dadurch zu einem sicheren und verlässlichen Transportmittel werden.
Galerie: Meilenstein alpin
Galerie: Meilenstein alpin
Galerie: Meilenstein alpin
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Quelle aller Bilder: PORR AG

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