Wie erleben Sie das Wohnklima in einem Haus mit aktivierten Bauteilen und Wärmepumpte?
Ich selbst lebe seit 1988 in einem (STÜSSI-)Einfamilienhaus mit aktivierten Bauteilen. Dieses System läuft noch heute mit der ursprünglichen Heizung und Wärmepumpe.
Das System arbeitet unauffällig. Es tut einfach, was es soll: Es funktioniert. Die Wärme wird über die Fussbodenheizung abgegeben, was zu einer gleichmässigen Raumtemperatur führt. Das Wohnklima empfinde ich dank der ausgleichenden Wirkung der grossen Speichermassen im Gebäude als sehr angenehm – sowohl im Sommer als auch im Winter.
Überzeugt das bauteilaktivierte System Bauherren?
Bauherren reagieren grundsätzlich neugierig und sind schnell vom Wirkungsgrad, der Effizienz (vergleichbar mit einer Erdsonden-Wärmepumpenanlage), der Geräuscharmut und der Langlebigkeit überzeugt.
Dank des Betonrecyclings ist das Energiesystem komplett rückbaubar, ohne dabei irgendwelche Umweltlangzeitfolgen zu hinterlassen. Im Gegensatz dazu gestaltet sich z.B. der Rückbau bei Erdsonden komplizierter. Hierbei muss die Bohrung sorgfältig zurückgebaut werden, um das Eindringen von Pestiziden und anderen umweltschädigenden Stoffen in tiefere Bodenschichten zu verhindern.
Warum konnte sich das Massiv-Absorbersystem bisher nicht stärker verbreiten?
Das Massiv-Absorbersystem wurde speziell auf Betonelemente zugeschnitten ist, um den Energieverbrauch und folglich die Heizkosten zu reduzieren. Es eignet sich für Gebäude mit grossflächigen vertikalen Betonelementen, wie sie beispielsweise an Fassaden oder Balkonbrüstungen vorkommen.
Es ist wichtig zu beachten, dass dieses System zur Energiegewinnung dient. Im Vergleich dazu wird das Thermoaktiven Bauteilsystem (TABS) hauptsächlich für die Verteilung von Energie verwendet und bietet sowohl Heiz- als auch Kühlungsfunktionen.
Das Massiv-Absorber-System beruht auf bewährter Technik, ist praxiserprobt und zuverlässig. Es sind also alle Voraussetzungen gegeben, um die Bauteilaktivierung breiter einzusetzen. Wie so oft bereitet der Faktor «neu» und «unbekannt» ein gewisses Unbehagen. Wir sehen dies als bisher grösste Herausforderung an und würden uns eine offenere Haltung der bauseitigen Planer wünschen.