Das Koch-Quartier in Zürich wurde von vier Bauträgern entwickelt: zwei Wohnbaugenossenschaften, der Stadt Zürich und Ihrem Unternehmen. In diesem Rahmen hat Ihr Unternehmen das Gewerbehaus «MACH» entwickelt und realisiert. Wie hat das Teamwork mit den anderen Bauträgern funktioniert?
Kraftwerk 1, ABZ und Senn hatten sich 2017 gemeinsam auf die Ausschreibung der Stadt Zürich für das Koch-Quartier beworben. Kraftwerk 1 und Senn kannten und schätzten sich dabei schon aus der engen Zusammenarbeit im vielfach prämierten Zwicky Süd. So entwickelte sich schon in der Bewerbungsphase eine sehr freundschaftliche und engagierte Zusammenarbeit, die dann auch in der siegreichen Konzepteingabe «Koch-Quartier – ein Zürcher Originalrezept» mündete. Auch die weitere Zusammenarbeit unter den Bauträgerinnen mit der Stadt Zürich sowohl als Bauträgerin im Park wie auch als Prozess- und Kommunikations-Leitstelle verlief sehr konstruktiv. Ich kann in vollem Ernst sagen: Es hat Spass gemacht. Neben unseren Genossen ABZ und Kraftwerk 1 und den Protagonistinnen der Stadt möchte ich das Büro Thiesen Wolf erwähnen, welche das Projekt über die letzten neun Jahre im Namen der Bauträgerinnen mit echtem Herzblut vorangetrieben und koordiniert haben.
Was hat Ihr Unternehmen dazu bewogen, bei der Entwicklung des Koch-Quartier mitzuwirken? Es war ein Projekt mit zahlreichen Auflagen wie z.B. nachhaltige Bauweise, Umgang mit Immissionen und Emissionen, effiziente Nutzung erneuerbarer Energien, Berücksichtigung von Biodiversität und Stadtklima.
Wir haben schon mit dem Gewerbehaus «NOERD» – entwickelt für die Freitag Brüder und den Böög-Bauer Aroma – und mit der Siedlung Zwicky Süd jeweils den SIA Umsicht Award gewonnen. Weil wir die Latte gerne hoch ansetzen. Dass die Stadt in ihrer Ausschreibung hohe Anforderungen stellte, hat uns deshalb nicht abgeschreckt, sondern eher herausgefordert. Nachhaltigkeit ist für uns kein Müssen, sondern ein Wollen. Entsprechend haben wir das MACH nicht nur nach der geforderten Minergie-P-eco-Richtlinie, sondern auch nach SNBS Platin erstellt.
Für welche Nutzungen ist das Gewerbehaus «MACH» gedacht und welche Anforderungen muss dieses erfüllen?
Wir wollten ein sehr robustes Gebäude herstellen, das echte Produktionsstätten beherbergen kann. Im selben Jahr der Koch-Bewerbung habe ich zusammen mit Markus Freitag und der Stadt Zürich die «Made in Zürich Initiative» gegründet. Dort lernte ich viele Unternehmer kennen, die nach wie vor (oder wieder) in der Stadt Zürich produzieren – Seife, Kaffeemaschinen, Lebensmittel… Das waren unsere Zielkunden. Gleichzeitig haben wir das Gebäude so konzipiert, dass es mit seinem industriellen Charme auch für technisiertere Betriebe attraktiv ist. Wir haben neben der Bäckerei auch Robotik, Medienproduktion und Modefirmen im «MACH».