Kreislaufwirtschaft, Recyclingbeton
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Vom Rückbau zum Neubau im Fashion Outlet

Im Zuge der Süderweiterung des Fashion Outlet in Landquart wurde das bestehende Beton-Parkhaus rückgebaut und dessen Material als Rohstoff für die neue Tragstruktur wiederverwertet. Das Besondere: Der gesamte Beton des Bestands wurde vor Ort aufbereitet und direkt im Neubau eingesetzt. Entscheidend für diesen Erfolg war jedoch nicht allein der Baustoff, sondern die frühzeitige Kollaboration aller Disziplinen – vom Tragwerksplaner über den Betonproduzenten bis hin zum ausführenden Bauunternehmen. Das Projekt beweist, dass Kreislaufwirtschaft im Hochbau Realität wird, wenn alle Beteiligten von Beginn an zusammenarbeiten.

Vom Rückbau zum Neubau im Fashion Outlet
Vom Rückbau zum Neubau: Drohnenaufnahme Parkaus Fashion Outlet Landquart
Vom Rückbau zum Neubau: Drohnenaufnahme Parkaus Fashion Outlet Landquart

Rückbau als Startpunkt des Kreislaufs

Parkhäuser stellen hohe Anforderungen: grosse Spannweiten, hohe Punktlasten und schlanke Stützen. Für die tragenden Bauteile wurde beim Parkhaus Fashion Outlet Landquart überwiegend reines Betongranulat aus dem Rückbau verwendet. In Bereichen mit geringeren statischen Anforderungen wurde Recyclingbeton mit Mischgranulat eingesetzt. Die Rezepturen wurden projektspezifisch abgestimmt. Ergebnis: Recyclingbeton erfüllt die gleichen Leistungswerte wie Primärbeton.

Vom Parkhaus zum Rohstoff: Eindrücke vom Rückbau in Landquart

Zusammenarbeit als Planungsprinzip

In der traditionellen Projektabwicklung entstehen Optimierungen häufig erst spät, wenn die Planung abgeschlossen und die Leistungen ausgeschrieben sind. Inputs aus Ausführung oder Materiallieferung erfolgen dann zu einem Zeitpunkt, an dem grundlegende Entscheidungen bereits gefallen sind. Beim Fashion Outlet Landquart wurde ein anderer Weg gewählt. Rückbau, Aufbereitung, Betonproduktion und Tragwerksplanung wurden von Beginn an als zusammenhängender Material- und Planungsprozess definiert – nicht als getrennte Arbeitsschritte. Die Frage, wie viel des Rückbaumaterials technisch sinnvoll im Neubau eingesetzt werden kann, wurde nicht am Ende sondern am Anfang gestellt,

Nachhaltigkeit messbar machen

Die Erweiterung strebt eine BREEAM-Zertifizierung mit dem Prädikat «Excellent» an. Bewertet werden unter anderem Materialherkunft, Recyclinganteile, Transportdistanzen sowie die Lebenszyklusperformance des Bauwerks. Die hohe Recyclingquote im tragenden Beton verbesserte direkt die CO₂-Bilanz: Primärgestein wurde ersetzt, Transportwege reduziert und graue Energie eingespart – ohne Abstriche bei Sicherheit oder Gebrauchstauglichkeit. Für den Standort Landquart bedeutet das Projekt mehr als zusätzliche Parkplätze. Es macht sichtbar, wie nachhaltige Bauweise umgesetzt werden kann.

Materialkreislauf sichtbar gemacht: das Parkhaus in Landquart nach der Erweiterung

Ein Parkhaus als Lehrstück

Das neue Parkhaus zeigt, dass hohe Recyclingquoten auch im Hochbau möglich sind. Entscheidend ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten – und der Zeitpunkt, zu dem sie beginnt. Der Kreislauf startet nicht auf der Baustelle, sondern am Planungstisch.

Zahlen und Fakten

Bauherrschaft: VIA Outlets

Projektentwicklung / Bauleitung: INVIAS AG

Baumeisterarbeiten: Zindel + Co. AG

Recycling / Aufbereitung: Tabrec Recycling AG

Betonproduktion: Logbau AG

Leistungen: Rückbau, Aufbereitung, Betonproduktion und Baumeisterarbeiten

Bauzeit: 2024–2025

Eröffnung Parkhaus: Oktober 2025

Inbetriebnahme Gesamtprojekt: 1. Quartal 2026

Besonderheiten:

  • vollständiger Rückbau des bestehenden Parkhauses
  • Wiederverwendung des aufbereiteten Betons im Neubau
  • hohe Recyclingquote bei tragenden Bauteilen
  • partnerschaftliche Projektorganisation
  • BREEAM «Excellent» (angestrebt)

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