Für Philippe Cornaz, Gesamtprojektleiter der SBB, ist das Projekt weit mehr als eine technische Aufgabe. Besonders prägend ist die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Trotz der Grösse und Komplexität des Projekts gab es entlang der zehn Kilometer langen Strecke nur wenige Einsprachen.
Ein Satz aus dem Gespräch mit Philippe Cornaz bleibt besonders hängen: «Unsere Bahn ist das Rückgrat der Schweiz.» Und vielleicht beschreibt genau das die Bedeutung dieses Projekts. Die neue Strecke verbindet nicht nur Regionen. Sie schafft Verlässlichkeit im Alltag von Tausenden Reisenden.
Auch menschlich hinterlässt die Baustelle Spuren. Philippe Cornaz erzählt von Momenten, die weit über Technik und Bauabläufe hinausgehen. Etwa von der traditionellen St.-Barbara-Feier im Tunnel – einem stillen Moment des Innehaltens mitten im Baustellenalltag. Oder davon, wie sein eigener Sohn als junger Geologe erstmals selbst im Tunnel arbeitete, nachdem ihn das Projekt jahrelang zuhause begleitet hatte.
Mit dem Doppelspurausbau verändert sich auch die Region nachhaltig. Teile der alten Bahnlinie am See werden rückgebaut. Dadurch entstehen neue Freiräume – unter anderem für eine durchgehende Veloverbindung entlang des Bielersees. Am Ende bleibt der Eindruck eines Projekts, das weit mehr leistet als den Bau eines Tunnels. Hier entstehen neue Verbindungen zwischen Mobilität, Landschaft und Menschen. Präzise geplant. Technisch hochkomplex. Und mit grossem Respekt gegenüber dem Ort, an dem gebaut wird.